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Kunststoff ist ein Material
In der öffentlichen Meinung und in der Überzeugung der allermeisten Menschen ist Kunststoff ein Material. Aber das ist nur bedingt richtig, sagt Sebastian Klaus, Professor für Verpackungstechnik an der Berliner-Hochschule für Technik (BHT). „Wir reden über Kunststoffe, als wäre es ein Material. In Wirklichkeit aber ist es eine Materialgruppe. Fragen Sie mal jemanden, ob er ihnen fünf unterschiedliche Metalle nennen kann. Viele werden das können. Und dann fragen Sie ihn, ob er fünf unterschiedliche Kunststoffe kennt. Das werden die wenigsten hinbekommen. Und genauso verhält es sich dann logischerweise mit den Eigenschaften. Blei ist giftig, Quecksilber ist flüssig, Eisen rostet, Kupfer leitet Strom – zu jedem Metall kennen viele zumindest die hervorstechenden Eigenschaften. Bei Kunststoffen ist das anders. Die landen alle in einem Topf. Es macht aber einen Unterschied, ob ich eine Flasche aus PET, PVC oder Polycarbonat herstelle. Es gibt wichtige Unterschiede, gerade auch mit Blick auf die in der öffentlichen Meinung meist diskutierten Aspekte. Nicht jeder Kunststoff enthält Weichmacher oder Bisphenol A, einige sind biologisch abbaubar, andere nicht, einige sind sehr gut recycelbar, andere weniger – es gibt wichtige Unterschiede. Aber oft ist das Wissen so rudimentär, wie die Meinung stark ist.“


