„Bei Verpackungen ist es wie beim Fußball“, sagt Sebastian Klaus, Professor für Verpackungstechnik an der Berliner-Hochschule für Technik (BHT): „Es gibt 80 Millionen Bundestrainer. Genauso glaubt jeder, über Verpackung Bescheid zu wissen. Dabei wird gerade bei Verpackungen Wissen oft mit Meinung verwechselt.“ Welche Verpackungsmythen sind besonders landläufig oder hartnäckig – und wie sieht die Wirklichkeit aus? Wir haben uns bei drei Expertinnen und Experten umgehört und um Klarstellung gebeten. Da die Mythen rund um die Verpackung zahlreich sind, haben wir zwei Artikel daraus gemacht. Teil 2 bringen wir in unserer nächsten Ausgabe.
Angehängte Deckel nerven und sind nutzlos
Angehängte Deckel, sogenannte Tethered Caps, haben unter Verbraucherinnen und Verbrauchern vom Start weg für viel schlechte Laune gesorgt. „Nerven und sind nicht besser für die Umwelt“, so die gängige Meinung. Sonja Bähr ist Director Business Development bei Berndt+Partner Creality (BPC) und hat fast 30 Jahre Branchenerfahrung. Ihre Meinung zu Tethered Caps: „Die befestigten Deckel leisten einen großen Beitrag zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft.“ Im Detail sagt die studierte Verpackungstechnikerin und Wirtschaftsingenieurin: „Mittlerweile haben sich wohl alle daran gewöhnt und es gibt bereits viele verschiedene Technologielösungen, wie die Kunststoffschraubdeckel an der PET-Flasche oder dem Getränkekarton dauerhaft befestigt bleiben.


