• 23.05.2026
  • Artikel

WorldStar 2026: Verpackung wird zum globalen Innovationstreiber

Was macht eine Verpackung heute preiswürdig? Der WorldStar 2026 liefert darauf überraschend vielfältige Antworten: Von kreislauffähigen Materialien über clevere Leichtbaukonzepte bis zu Lösungen für E-Commerce und neue Konsumgewohnheiten zeigt der Wettbewerb, wohin sich die globale Verpackungsbranche bewegt.
Gruppenfoto der Preisträgerinnen und Preisträger bei den WorldStar Awards 2026 in Düsseldorf; die Teilnehmenden stehen jubelnd auf einer Bühne und halten ihre Auszeichnungen in die Kamera.
Die Gewinnerinnen und Gewinner der WorldStar Awards 2026 feiern ihre Auszeichnungen auf der Bühne in Düsseldorf. Insgesamt wurden 234 Verpackungslösungen aus 36 Ländern prämiert.

Der WorldStar gilt als einer der renommiertesten Verpackungspreise weltweit. Seit 1970 zeichnet die World Packaging Organisation (WPO) mit dem Wettbewerb Verpackungslösungen aus aller Welt aus. Organisiert werden die WorldStar Awards vom WPO-Mitglied LibanPack, dem Lebanese Packaging Center, im Auftrag der World Packaging Organisation. Ziel ist es, Exzellenz und Innovation in der globalen Verpackungsindustrie sichtbar zu machen und gezielt zu fördern.

Auch 2026 unterstrich die Veranstaltung ihre internationale Bedeutung: Rund 400 Gäste aus knapp 50 Ländern kamen am 8. Mai zur ausverkauften Verleihung nach Düsseldorf, um Verpackungslösungen zu feiern, die zeigen, wie vielfältig Innovation, Nachhaltigkeit und Exzellenz in der Branche heute gedacht werden. Insgesamt wurden in diesem Jahr 234 Gewinner aus 36 Ländern in 19 Kategorien ausgezeichnet.

Gäste im Publikum der WorldStar Awards 2026 in Düsseldorf sitzen an gedeckten Tischen und verfolgen die Veranstaltung.
Rund 400 Gäste aus knapp 50 Ländern kamen zur ausverkauften Verleihung der WorldStar Awards 2026 nach Düsseldorf.

Auszeichnungen für Gewinner, Studierende und Lebenswerk

Im Rahmen der Zeremonie wurden rund 100 der WorldStar-Gewinner aus mehr als 40 Ländern in den Hauptkategorien ausgezeichnet. Moderiert wurde die Preisverleihung von WPO-Generalsekretär Johannes Bergmair. Die Trophäen überreichte WPO-Präsidentin Luciana Pellegrino.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden die Gewinner der WorldStar Student Awards geehrt. Der Wettbewerb wird vom Institute of Packaging South Africa (IPSA), einem WPO-Mitglied, koordiniert und rückt junge Talente sowie die nächste Generation von Verpackungsfachleuten in den Fokus.
 

Ein weiterer Programmpunkt war die Verleihung des WPO Lifetime Achievement Award 2026 an Pierre Pienaar aus Australien. Ausgezeichnet wurde er für seinen herausragenden Beitrag zur Verpackungsausbildung, zur Innovation und zur internationalen Weiterentwicklung der Branche über mehr als vier Jahrzehnte hinweg. In seiner Ansprache dankte Pienaar der WPO und der internationalen Verpackungsgemeinschaft. Die Auszeichnung spiegele nicht nur seinen persönlichen Weg wider, sondern auch die gemeinsamen Anstrengungen, Kooperationen, Mentorenschaften und Freundschaften, die seine Laufbahn geprägt hätten.

Den Abschluss des Abends bildete die Bekanntgabe der WorldStar Special Awards und des President’s Award.

 

Nachhaltigkeit als zentraler Innovationstreiber

Dass die Preisverleihung weit über eine klassische Award-Zeremonie hinausging, machte Soha Atallah, WorldStar Coordinator und WPO Vice President Marketing, im Interview mit FACHPACK360° deutlich: „Die diesjährige Verleihung der WorldStar Awards war wirklich besonders, weil sie weit über die Würdigung von Verpackungsinnovationen hinausging. Sie war eine Feier von Widerstandsfähigkeit, Kreativität, Leidenschaft und der beeindruckenden Energie unserer globalen Verpackungsgemeinschaft“, sagte Atallah. Die diesjährigen Gewinner hätten laut Atallah deutlich gezeigt, dass Nachhaltigkeit kein Trend und kein Marketing-Schlagwort mehr sei. Sie sei zu einer Marktanforderung und zu einem wichtigen Innovationstreiber in nahezu allen Verpackungskategorien geworden. 

Soha Atallah, WorldStar Coordinator und WPO Vice President Marketing, moderiert auf der Bühne der WorldStar Awards 2026 in Düsseldorf.
Soha Atallah, WorldStar Coordinator und WPO Vice President Marketing, führte bei den WorldStar Awards 2026 in Düsseldorf durch den Abend.

„Einer der stärksten Trends, die wir beobachtet haben, war die Beschleunigung hin zu kreislauffähigen Verpackungslösungen“, so Atallah weiter. „Wir sahen eine zunehmende Verwendung von Monomaterial-Strukturen, recyclingfähigen und recyclinggerecht gestalteten Verpackungen, Nachfüll- und Wiederverwendungssystemen sowie eine wachsende Integration von recycelten und biobasierten Materialien. Interessant ist, dass sich Unternehmen nicht mehr nur auf Nachhaltigkeitsaussagen konzentrieren, sondern auf die Entwicklung praktischer und skalierbarer Lösungen, die realistisch zu künftigen regulatorischen Anforderungen und Markterwartungen passen.“

Ein weiterer wichtiger Trend sei nach Atallahs Worten die Materialoptimierung gewesen. Viele prämierte Einreichungen hätten gezeigt, wie Unternehmen den Materialeinsatz reduzieren, ohne Verpackungsstärke, Funktionalität oder Wirkung im Regal zu beeinträchtigen. „Leichtbau, optimiertes Strukturdesign, geringere Materialstärken und Transporteffizienz waren in mehreren Kategorien sichtbar. Dies spiegelt den wachsenden Fokus der Branche wider, den CO₂-Fußabdruck zu senken und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit zu erhalten“, betont die WorldStar-Koordinatorin.

Regionale Unterschiede bei globaler Zielrichtung

Gleichzeitig bot der WorldStar einen Einblick in die unterschiedlichen globalen Ansätze. „Der Wettbewerb gibt uns eine globale Momentaufnahme davon, wie sich Verpackungsinnovationen in unterschiedlichen Regionen und Kulturen entwickeln“, sagte Atallah.

In Europa beeinflussten beispielsweise Nachhaltigkeit und Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft die Innovationen stark. Viele Einreichungen konzentrierten sich auf Recyclingfähigkeit, Monomaterial-Strukturen, reduzierten Kunststoffeinsatz, Nachfüllsysteme und die Verringerung des CO₂-Fußabdrucks – maßgeblich getrieben durch sich weiterentwickelnde EU-Regulierungen und Verbrauchererwartungen.

„In Asien sehen wir häufig einen sehr starken Fokus auf Technologie, Präzision, Premiumisierung, Convenience und hochoptimiertes Strukturdesign. Asiatische Unternehmen passen Verpackungen außerdem extrem schnell an neue Handelstrends und veränderte Lebensstile an“, erläutert Atallah.

In Nordamerika werde Innovation oft durch das Wachstum des E-Commerce, die Convenience-Kultur, verzehrfertige Produkte und logistische Leistungsfähigkeit geprägt. „Wir sehen dort viele starke Lösungen in den Bereichen Transportverpackung, Funktionalität und Optimierung für Direct-to-consumer-Modelle“, sagt die Koordinatorin.

Besonders beeindruckt zeigte sich Atallah von Regionen wie dem Nahen Osten, Afrika und Lateinamerika, die weiterhin mit äußerst kreativen und wettbewerbsfähigen Lösungen aufwarten würden, die teilweise unter deutlich schwierigeren Bedingungen entwickelt worden seien. „Diese Einreichungen verbinden häufig starke Markenwirkung, Funktionalität, Flexibilität und Kostenoptimierung und integrieren zugleich schrittweise Nachhaltigkeitsaspekte“, so Atallah.

Sehr ermutigend sei heute, dass Nachhaltigkeit zu einer gemeinsamen globalen Richtung geworden sei. Die Ansätze könnten sich je nach Infrastruktur, Regulierung und Marktreife von Region zu Region unterscheiden, doch das Engagement für nachhaltigere Verpackungssysteme sei weltweit klar sichtbar.

 

Ausblick auf den WorldStar 2027

Abschließend betonte Atallah mit Blick auf die Zukunft: „Für mich persönlich war es nach mehreren Jahren der Arbeit an WorldStar wahrscheinlich einer der eindrücklichsten Aspekte dieser Ausgabe, zu sehen, wie diese globale Gemeinschaft trotz allem, was um uns herum geschieht, mit so viel Leidenschaft und Zuversicht weiter wächst.“

Kurz nach der Preisverleihung beginnt bereits die nächste Runde: Die Einreichungsphase für den WorldStar 2027 soll offiziell am 20. Juli 2026 starten.