Die Folge: Daten sind vorhanden, liegen jedoch in getrennten Systemen, proprietären Formaten oder lediglich lokal an einzelnen Maschinen vor. Interoperabilität scheitert daher selten an einer einzelnen Maschine, sondern an der gewachsenen Komplexität der Gesamtumgebung und den daraus entstehenden Datensilos.
Wie Matthias Markus erklärt, machen Datensilos und mangelnde Interoperabilität einen ganzheitlichen Einblick in die Prozess- und Maschinenzustände unmöglich: „Die Daten können nicht im Zusammenspiel interpretiert werden, sodass keine ausreichende Transparenz über den gesamten Verpackungsprozess erlangt wird.“ Als weitaus gravierender betrachtet er jedoch den Umstand, dass durch diese fehlende Transparenz eine systematische Verbesserung der Effizienz der gesamten Verpackungslinie unerschlossen bleibt. „Gerade hier steckt jedoch noch ein riesiges Verbesserungspotenzial“, meint Markus.
Investitionssichere Lösungen
Datensilos sind kein abstraktes IT-Problem, sondern wirken sich unmittelbar auf die Produktion aus. Wenn Maschinen- und Prozessdaten isoliert bleiben, erschwert dies die Fehlersuche, Wartungsplanung, Qualitätskontrolle und Prozessoptimierung. Auch KI- und Automatisierungsanwendungen in Verpackungsmaschinen setzen eine belastbare Datenbasis voraus. Sie brauchen nicht nur einzelne Sensor- oder Maschinendaten, sondern verknüpfte Informationen aus dem Prozesskontext.
Angesichts dessen wächst für Maschinenbauer der Druck, Anlagen nicht nur als mechanisch und steuerungstechnisch funktionierende Einheiten zu liefern, sondern als integrierbare Bestandteile einer digitalen Produktionsumgebung. Dazu gehören klare Schnittstellen, zugängliche Datenpunkte, strukturierte Diagnoseinformationen und nachvollziehbare Softwarearchitekturen.
Die Integrationsfähigkeit einer Verpackungsmaschine wird damit zunehmend zu einem Qualitätsmerkmal. Dies erfordert den Austausch zwischen unterschiedlichen Zulieferern und macht Interoperabilität zu einer gemeinsamen Aufgabe von Maschinenbauern, Automatisierern, Softwareanbietern und Betreibern.