Kein Mangel an Verschlussvarianten
Getränkehersteller und Molkereien standen vor dem Problem, die neuen Anforderungen in ihre Abfüllanlagen zu integrieren. Bis zu 1.350 Abfüllanlagen in der EU müssen laut einer Studie von PwC umgestellt werden. Viele Unternehmen fürchten zudem, ihre Kunden mit unpraktischen Lösungen zu vergraulen.
Doch Hersteller und Ingenieure waren in der Lage, zügig innovative Lösungen zu entwickeln. So betont der Anlagenhersteller KHS, dass die meisten Verschlusshersteller passende Tethered-Cap-Varianten zu den bisher verwendetenVerschlüssen anbieten – darunter auch leichtere Verschlusstypen oder solche, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren.
Auch der bei Verbundkartons tonangebende Verpackungsriese Tetra Pak hat sich schnell auf den neuen Bedarf eingestellt und ein ganzes Arsenal an fest verbundenen Deckeln mit nachhaltigem Mehrwert ins Sortiment aufgenommen. „Insgesamt bringt Tetra Pak 40 verschiedene Verpackungen mit Tethered Caps auf den Markt, die alle Verschlüsse aus pflanzenbasierten Materialien beinhalten. So bieten wir unseren Kunden eine große Produktpalette unterschiedlicher Lösungen, die sich an verschiedene Bedürfnisse anpassen können“, teilt Tetra Pak mit.
Einige Molkereien und Getränkehersteller sind bereits auf die neuen Verschlüsse umgestiegen, während andere sich noch in der Umstellungsphase befinden oder weitere Optimierungen anstreben.
Strategien für die Umstellung
Viele der neuen Konzepte basieren auf der engen Zusammenarbeit zwischen Verpackungsanbietern und ihren Kunden. So verkauft NordseeMilch als erste Molkerei Deutschlands bereits seit Juli 2022 ihre Milchpackungen nur noch mit fest verbundenen Deckeln. Die von Elopak entwickelte Verschlusskappe sei vollständig recycelbar und dem Unternehmen zufolge leichter als alle bisherigen Varianten. „Der Wechsel auf den neuen Pure-TwistFlip lässt sich auf bestehenden Abfüllanlagen mit relativ geringem technischen und zeitlichen Aufwand realisieren“, betont Elopak zudem.