Das nachhaltigste Material nützt wenig, wenn die Verpackung schon vor dem Öffnen kaputt geht oder das Etikett nicht richtig klebt. Innovative Verpackungstechnologien, die ökonomisch und ökologisch einsetzbar sind, sind unerlässlich in der Branche. Hohe Taktzahlen sind ebenso gefordert wie Flexibilität – bei den Maschinen, aber auch Geräten und Komponenten in der Verpackungsperipherie wie zum Beispiel Inspektionsmaschinen. Dabei stehen zunehmend Ressourcenschonung, recycelbare und erneuerbare Materialien im Fokus, um den Anforderungen der EU-Verpackungsverordnung PPWR gerecht zu werden.
- 18.08.2025
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Innovative Technologie für leistungsstarke Verpackungen
Energieärmer und effizienter: Die Anforderungen an die Maschinenanlagen werden immer höher. Auf der FACHPACK 2025 präsentieren Unternehmen aus der Verpackungstechnik neuste Geräte und innovative Systeme entlang der gesamten Prozesskette.


Wie eng die Verpackungsbranche mit neusten Technologien verbunden ist, bewies jüngst die Verleihung der renommierten Rudolf-Diesel-Medaille an Hans Beckhoff, Gründer und Geschäftsführer des Technologieunternehmens Beckhoff Automation. Der Unternehmer erhielt die Medaille in der Kategorie „Erfolgreichste Innovationsleistung“, die ihn als Visionär und Wegbereiter in der Automatisierungstechnik würdigt. Beckhoff habe mit seinem unternehmerischen Wirken die Automatisierungstechnik weltweit revolutioniert, hieß es. Mit der Einführung der PC-basierten Steuerungstechnik, Technologien wie EtherCAT, Lightbus und dem MX-System sowie der Echtzeit-Steuerungssoftware TwinCAT habe er weltweit Standards definiert.
Besucher der FACHPACK können sich darüber auf dem Messestand des Unternehmens informieren. Die Liste der FACHPACK-Aussteller, die technologische Innovationen präsentieren, ist lang und an dieser Stelle nur ausgewählt.
Syntegon stellt auf der FACHPACK erstmals die neue vertikale Verpackungsmaschine SVX Agile aus. Diese verarbeitet alle gängigen Beutelarten sowie papierbasierte und monomaterialbasierte Folien, eignet sich durch ihr hygienisches Design besonders für Tiefkühlkost und lässt sich modular an neue Anforderungen anpassen. Zudem zeigt das Unternehmen aus Waiblingen den neuen Kartonverschließer für die Sekundärverpackung Kliklok ACC. Er ermöglicht werkzeuglose Formatwechsel und eignet sich durch präzise Steuerung und energieeffiziente Antriebstechnik optimal für automatisierte Linienlösungen.
Syntegon ist eines der Mitgliedsunternehmen des Verpackungsclusters Packaging Valley Germany e. V., das sich wieder mit einem großen Gemeinschaftsstand auf der FACHPACK präsentiert. Unter dem neuen Slogan „Your network for packaging excellence“ zeigen 21 Aussteller ihre Lösungen für die Verpackungsbranche. „Die Bedeutung von gemeinschaftlichem Handeln wächst stetig in einer immer volatileren Welt – deshalb setzen wir mit der Stärke der Gemeinschaft ein klares Zeichen für unsere Ausrichtung und unser Selbstverständnis, erklärt Martin Buchwitz, Geschäftsführer von Packaging Valley.
Neben den Mitausstellern des Gemeinschaftsstandes sind noch weitere 23 FACHPACK-Aussteller Mitglied im Packaging Valley: Gerhard Schubert, SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, SÜDPACK Verpackungen, KOCH Pac-Systeme – und die gesamte Uhlmann-Gruppe sowie Mosca zum Beispiel.
Schubert zeigt platzsparende Technologie
Obwohl in der Branche oft von Linien und Straßen die Rede ist, müssen Verpackungsmaschinen keineswegs viel Raum einnehmen. Dass es auch kompakt geht, zeigt Schubert dieses Jahr auf der FACHPACK mit einem Kartonierer der Reihe „lightline“ und einem neuen, variabel einsetzbaren Hochleistungs-Aufrichteaggregat. Ebenfalls mit dabei: der wendige Cobot tog.519, der am Stand des Partnerunternehmens Barsch beachtlich schnell Kekse pickt. Mit der lightline-Reihe richtet sich Schubert an Hersteller, die standardisierte Verpackungsaufgaben haben und schnell produktionsbereit sein müssen. Das lightline-Programm umfasst Kartonierer, Case-Packer, Picker-Linien und Schlauchbeutel-Maschinen aus vorkonfigurierten Modulen. Sie ermöglichen kurze Planungs- und Montagezeiten.
Der auf der FACHPACK ausgestellte lightline-Kartonierer – am Stand als Riegelpacker zu sehen – zahlt auf die angestrebte Effizienz ein: Dank einbahnigem A3-Aufrichter mit Vertikalmagazin spart die Maschine deutlich an Fläche. Bis zu 4.000 Zuschnitte passen in das von Schubert neu entwickelte Vertikalmagazin des Kartonierers. Das einbahnige A3-Aufrichteaggregat zeigt Schubert zusätzlich in Form des tog.101 erstmals als eigenständige Maschineneinheit: „Der zu 100 Prozent standardisierte Schachtelaufrichter tog.101 kann in unterschiedlichen Verpackungsanlagen die hohe Leistung von bis zu 60 Schachteln pro Minute gewährleisten“, erklärt Ralf Schubert, geschäftsführender Gesellschafter.
Packaging Valley mit Gemeinschaftsstand
Die APS Tech Group GmbH präsentiert auf der FACHPACK eine vollautomatisierte Palettier-Roboteranlage. Die kompakte, rasch umrüstbare Lösung sorgt für flexible und effiziente palettier Prozesse – auch bei wechselnden Gebinden und Stapelbildern – und integriert sich problemlos in bestehende Verpackungslinien. Auch Bucher Automation zeigt auf der FACHPACK eine Pick-and-Place Demo mit Robotern. Das Unternehmen präsentiert sein Motion-Control-Ökosystem mit JetControl, JetSym, JetMove 2000 und dem JX4-System.
Mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Verpackungstechnik zählt Harro Höfliger zu den führenden Anbietern von präzisen Lösungen, insbesondere für die Pharma- und Medizintechnik. Auf der FACHPACK zeigt der schwäbische Maschinenbauer, wodurch sich Verfahren in diesen speziellen Bereichen auszeichnen. Im Hinblick auf die Prozesskette wird demonstriert, wie sämtliche Schritte nahtlos ineinandergreifen – von der individuellen Produktzuführung über die hocheffiziente Kartonierung mittels MKT und MKC bis hin zur umfassenden Qualitätskontrolle durch das MQS-System.
Leistungsstärke zum kleinsten Preis – das demonstriert der Etikettierer HERMA eco erstmals auch als Teil einer Etikettiermaschine. In der neugestalteten 652C sorgt er für eine äußerst effiziente Obenauf- und Bodenetikettierung.
Ishida zeigt effiziente, neu entwickelte Systeme für die vollautomatische Wägung, Verpackung und Qualitätskontrolle. Ein Highlight ist die Mehrkopfwaage CCW-AS, die auch herausfordernde Produkte mit Hochleistung verarbeitet.
Als internationaler Sensorexperte in der Automatisierungstechnik präsentiert die Leuze electronic GmbH + Co. KG robuste und hygienegerechte Sensoren in Edelstahlgehäusen für alle Prozessschritte bei der Verpackung von Lebensmitteln.
Die OPTIMA packaging group GmbH zeigt die OPTIMA Moduline Smart, die mit hoher Flexibilität und schnellen Formatwechseln überzeugt. Neu dabei: der integrierte Gebinde- und Verschlusspicker OPTIMA RPS, der für zusätzliche Automatisierung sorgt. Auf der FACHPACK 2025 präsentiert OPTIMA zudem faserbasierte Verpackungslösungen und digitale Services. Die Experten laden zu Live-Demo-Produktionen vor Ort ein.
MULTIVAC präsentiert sich als führender Automatisierungs- und Systemlösungspartner für die Lebensmittelbranche. Zu den Exponaten zählen eine vollautomatisierte Tray-Sealer-Linie zum nachhaltigen Verpacken von Fertiggerichten, die neben dem leistungsfähigen, kompakten Traysealer TX 620 einen Transportband-Etikettierer mit einem KI-basierten Inspektionssystem zur Produktkontrolle im Einlauf sowie einer Etiketten- und Druckkontrolle im Auslauf umfasst, sowie eine Komplettlösung für das Verpacken von Convenience Produkten und Feinkost.
Wichtig für die Zukunftsfähigkeit der Lebensmittelindustrie ist der Umgang mit dem Personalmangel und der steigenden Nachfrage nach Flexibilität in der Produktion. „Viele Aufgabenbereiche an den Verpackungslinien unserer Kunden waren bisher mit einem hohen manuellen Aufwand verbunden. Unser Ziel besteht daher darin, möglichst viele dieser Prozesse zu automatisieren, mit integrierten vollautomatisierten Linien, aber auch durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz“, erklärt Dietmar Bohlen, Vice President bei MULTIVAC Deutschland.
Als Systemanbieter mit ganzheitlichem Anspruch steht Weber für Verarbeitungs- und Verpackungslösungen entlang der gesamten Prozesskette. Eines der Exponate auf dem Weber Messestand: eine leistungsstarke Komplettlinie vom Slicer bis zum Thermoformer inklusive Querbahn-Etikettierer, die speziell auf die Bedürfnisse von Lebensmittelherstellern mit breitem Produktsortiment und wechselnden Produktionsanforderungen zugeschnitten ist. Mit dieser Linie erhalten Vollsortimenter eine wirtschaftliche Lösung für kleine Chargen sowie mittlere und hohe Leistungsbereiche, ohne auf Flexibilität oder Produktqualität verzichten zu müssen. Ein zentrales Merkmal der Linie ist die Auslegung auf Skin-Verpackungen – ein zunehmend beliebtes Verpackungsformat.
Neben der Komplettlinie zeigt Weber auf der FACHPACK außerdem ein Verpackungskonzept bestehend aus der Hochleistungstiefziehverpackungsmaschine wePACK 7000, dem neuen wePICK-Rekord-Pick-Roboter und dem Bandvereinzeler weSORT 3000 für die leistungsstarke Verarbeitung und attraktive Verpackung von Aufschnittprodukten oder Stückware. Highlight dieses Konzepts ist der neue wePICK – der aktuell schnellste Delta-Roboter seiner Klasse.
Die Bluhm Systeme GmbH zeigt Kennzeichnungssysteme mit Etiketten, Tinte und Laser speziell für die Verpackungsindustrie. Die Etikettieranlagen der Geset 200-Serie sind durch ihren modularen Aufbau flexibel einsetzbar, etwa für die Etikettierung von Ober- oder Unterseiten, ein- oder zweiseitige Anwendungen auf Primärverpackungen oder Rundumetikettierungen zylindrischer Produkte. Sie lassen sich nahtlos in bestehende Produktionslinien einfügen und sind ideal für die Kennzeichnung von Lebensmittel-, Arzneimittel- und Kosmetikverpackungen.
Technik-Highlights werden auch bei der Verleihung des Deutschen Verpackungspreises präsentiert, die auch in diesem Jahr wieder auf der FACHPACK stattfindet. ILLIG ist Gewinner in der Kategorie Verpackungsmaschinen. Als Systemanbieter für Thermoform- und Verpackungstechnik stellt ILLIG auf der Nürnberger Fachmesse neue technologische Entwicklungen vor – unter anderem die ressourcenschonende und mit dem deutschen Verpackungspreis ausgezeichnete Dry Fiber-Technologie – und zeigt, wie sich zukunftsfähige Verpackungskonzepte effizient und wirtschaftlich realisieren lassen.
Mit den ILLIG-Dry-Fiber-Systemen können Formteile aus Zellulosefasermaterial automatisiert hergestellt werden. Seit März läuft eine Versuchsanlage des Dry-Fiber-Systems erfolgreich im Technology Center des Unternehmens – Versuchsreihen mit Pilotkunden und Entwicklungspartnern zeigten bislang hervorragende Ergebnisse, heißt es.
Die Technologie ermöglicht die Herstellung faserbasierter Verpackungen mit einer Ziehtiefe von bis zu 120 mm, hochwertiger Haptik und Barriereeigenschaften für Lebensmittel-Anwendungen. Damit eignen sich Dry Fiber Verpackungen ideal für anspruchsvolle Anwendungen im Food- und FMCG-Bereich. Im Vergleich zu konventionellen Lösungen reduziert das Dry-Fiber-Verfahren den Einsatz fossiler Rohstoffe, spart Wasser und senkt den Energieverbrauch insbesondere gegenüber nassgeformten Pulpe-Anwendungen. Geformt werden können Becher, Schalen und Deckel für Food- und Non-Food-Produkte. Barriereeigenschaften, etwa für empfindliche Inhalte, werden durch Inline-Laminierung oder funktionelle Beschichtungen integriert. Zudem überzeugt das Verfahren mit kurzen Taktzeiten und hoher Wirtschaftlichkeit im industriellen Einsatz.
So entstehen nachhaltige Verpackungen, die Schutz, Funktionalität und Markenpräsentation auf hohem Niveau vereinen – und gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile durch reduzierte Herstellkosten bieten.
„Unter dem Motto Peak Performance – Sustainable Impact zeigen wir auf der Fachpack, wie wir innovative Verpackungslösungen mit echter Nachhaltigkeit verbinden“, erklärt ILLIG CEO Christoph Gusenleitner.
Von Anna Ntemiris, Redakteurin