Use #FACHPACK #FACHPACK2024 #myFACHPACK

24. - 26. September 2024 // Nürnberg, Germany

FACHPACK Newsroom

Nachhaltige Folien: Nicht ohne die passende Formschulter!

Porträt von Roy Holfert
Transition in Packaging
© FormerFab

Ob Standbeutel, Sachet oder Stickpacks – immer dann, wenn eine Folie in Beutelform gebracht wird, ist eine Formschulter am Werk. Sie ist unverzichtbarer Teil von Schlauchbeutelmaschinen und auch eine Schlüsselkomponente, wenn es darum geht, auf alternative Materialien umzusteigen.

Wer Produkte in Beutel verpackt, weiß, dass das nur mit einer Formschulter funktioniert. Dieses Wechselwerkzeug formt die Folien, bevor sie versiegelt und befüllt werden. Wichtig ist dabei die exakte Formung und dass die Folien nicht beschädigt werden. Außerdem muss der fertige Beutel knitterfrei sein. All diese Anforderungen kann das Freitaler Unternehmen FormerFab mit einer speziellen Formel berechnen. „Wir sind eines von wenigen Unternehmen weltweit, das Formschultern direkt berechnen kann. Dieses Verfahren gibt unseren Kunden die Sicherheit, dass anschließend alles funktioniert und dass auch schwierige Materialien optimal verarbeitet werden können“, erklärt Roy Holfert, Sales Director von FormerFab.

Mit seinen hochpräzisen Formschultern für horizontale und vertikale Schlauchbeutelmaschinen beliefert das Unternehmen Verpackungsmaschinenbauer, Endanwender und Lohnverpacker in über 50 Ländern. „Unsere Formschultern sind bei vielen Branchengrößen im Einsatz – so agieren wir als mittelständisches Unternehmen auch auf dem Weltmarkt“, berichtet der Sales Director stolz.

Der Anfang lag dabei in der Herstellung von vollgefrästen Formschultern. „So ließen sich die berechneten Formschultern am besten in die Realität überführen“, erklärt Holfert. Ein weiterer Vorteil der Berechnung ist die längere Lebensdauer der Bauteile, denn die Kräfte werden dadurch optimal verteilt. Die Ergebnisse werden zunächst mit Prototypen getestet. Dazu greift das Team auf 3D-Drucker zurück, bevor es zur Fertigung an die CNC-Maschinen geht. „Jede Formschulter wird an seine künftige Aufgabe angepasst – an die Verpackungsmaschine, an das Material, das verarbeitet wird und das Design des Beutels“, beschreibt Holfert den Entwicklungsvorgang.

Papier hat seine Herausforderungen

In der Vergangenheit lag der Fokus auf der Verarbeitung von PE- und PP-Folien sowie auf Verbundmaterialien. Das hat sich nach den Worten von Holfert drastisch geändert: „Das bestimmende Thema bei unseren Kunden ist im Moment Papier. Das war auf der letzten FACHPACK so und wird auch in diesem Jahr wieder so sein.“ Doch die Umstellung von konventionellen Kunststofffolien auf papierbasierte Materialien ist gar nicht so einfach. „Was Maschinenbauer und Anwender wissen müssen ist, dass Papier weniger dehnbar ist. Das heißt, im Vergleich zu Kunststofffolien benötigt Papier einen längeren Weg, um sich umzuformen. Das schlägt sich auch in der Gestaltung der Formschulter nieder“, erläutert Holfert die Herausforderungen. Hinzu kommt, dass es auch bei den Papierfolien unzählige Zusammensetzungen und Varianten gibt: Manche sind kurz-, andere langfasrig, es gibt Typen mit Barriere oder ohne, gestrichen oder ungestrichen. Deshalb berechnen die Formschulterexperten aus Freital jede Anwendung individuell und beziehen immer den Maschinentypen, das Material und die Beutelform in ihre Betrachtungen ein.

Selbstverständlich ist für FormerFab dabei auch der Austausch mit den Papier- und Folienlieferanten. „Damit die Folien der Hersteller bei den Kunden gut eingesetzt werden können, müssen sie die Formschultern mit berücksichtigen. Beim Umstieg sind wir deshalb oft der erste Ansprechpartner, wenn es Probleme gibt – und anfangs gibt es die fast immer“, weiß Holfert. Auch auf der vergangenen FACHPACK seien viele Materialhersteller an den Stand gekommen, um über die Herausforderungen bei Papierfolien zu sprechen. „Mit unserer Arbeit erleichtern wir den Kunden den Umstieg. Mit unpassenden Formschultern leidet die Qualität. Denn Papier verzeiht keine Fehler. Im schlimmsten Fall reißt die Folie und es kommt zu Produktionsunterbrechungen. Auch Barriereschichten können bei zu hoher Belastung ihre Wirkung verlieren. Wir beraten die Kunden dahingehend, dass sie auch alternative Folien problemlos einsetzen können“, so Holfert. Wo es geht, baut FormerFab Hürden für die Anwender ab. So kommen die Formschultern fertig konfiguriert bei den Kunden an. Informationen zum Einrichten sind auf einer Zeichnung vermerkt. Dadurch lassen sich auch verschiedene Formate schnell wechseln und wieder in Betrieb nehmen.

Asymmetrische Naht macht den Unterschied

Die „Transition in Packaging“ unterstützt FormerFab auch durch stetige Innovationen, die Hersteller dabei unterstützen, Papierverpackungen einzusetzen, die jenen aus Kunststoff in nichts nachstehen. So waren Kunden bei Flowpacks aus Papier bisher immer auf die mittige Naht eingeschränkt. „Durch unsere Berechnung war es uns möglich, eine Flow-Pack-Formschulter mit asymmetrischer Naht herzustellen, d. h. die Naht ist seitlich versetzt und nicht mittig. So etwas gab es für Papier bisher nicht“, berichtet Holfert. Damit seien die Gestaltungsfreiheiten im Papierbereich viel größer geworden, beispielsweise kann die Rückseite der Verpackung freier gestaltet werden. Mit dieser Entwicklung haben es die Freitaler inzwischen auch in der Finalistenrunde des renommierten Sustainability Award geschafft, der im September in Portugal verliehen wird. „Wir hoffen natürlich sehr, dass wir den Preis anschließend auch an unserem Stand auf der FACHPACK präsentieren können“, sagt der Sales Director.

Kunststoff hat seine Berechtigung

Nichtsdestotrotz ist Holfert überzeugt, dass auch Kunststoffe weiter gefragt bleiben. Zum einen würden viele Regionen der Welt beim Umstieg noch zögern, zum anderen sei Kunststoff bei pastösen Lebensmitteln oder Hygieneartikeln weiterhin unverzichtbar. Doch auch bei Kunststoffen gebe es noch Potenziale für mehr Nachhaltigkeit, beispielsweise durch das Verwenden von besser recycelbaren Monomaterialien. „Allen Kunden ist klar, dass Nachhaltigkeit ein bestimmender Trend geworden ist. Doch viele sind sich noch unsicher und schwanken zwischen Papierfolien und Monomaterialien. Wir können den Anwendern geeignete Formschultern für beide Varianten bieten“, erklärt Holfert. „Natürlich haben auch Monomaterialien ihre Herausforderungen: Sie erzeuge zum Beispiel oft höhere Reibekraft an der Schulter. Diese Eigenschaften berücksichtigen wir bei der Gestaltung der Formschultern, damit Anwender flexibel wählen können.“ Durch den Einsatz von nachhaltigeren Folien ist die Verpackungswelt also vielfältiger geworden. Mit passender Beratung können die Hersteller diese Auswahl für sich nutzen – wenn sie die Formschulter nicht vergessen.

top