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24. - 26. September 2024 // Nürnberg, Germany

FACHPACK Newsroom

Ganzheitliches Verantwortungsbewusstsein

Porträt von Stefan König, Geschäftsführer von Optima
Transition in Packaging
© Optima

Für Verpackungsmaschinenhersteller umfasst Nachhaltigkeit nicht nur das Material. Die Maschinen tragen ebenfalls eine ganze Menge zur CO2-Bilanz der gesamten Prozesskette bei – dessen ist sich Optima schon seit einiger Zeit bewusst.

Optima ist als schwäbischer Maschinenbauer mit Weltruf eines der Unternehmen, die sich mit Fug und Recht als Hidden Champion bezeichnen können. Dank des im Laufe eines Jahrhunderts gesammelten Erfahrungsschatzes kann Optima dabei auf dem Wissen mehrere Erfindergenerationen aufbauen. Stefan König führt, neben dem geschäftsführenden Gesellschafter und Inhaber Hans Bühler, die Geschichte des Mittelständlers aus Schwäbisch Hall heute als Geschäftsführer weiter und kann sich auf die Unterstützung von fast 3.000 Mitarbeitern verlassen. „Wir arbeiten für das Who's who anspruchsvoller Kunden weltweit. Wir haben eine ideale Unternehmensgröße – familiär genug für kurze Wege und groß genug, um auch herausfordernde Aufgaben unserer Kunden zu stemmen“, fasst der Geschäftsführer die Stärken des Maschinenbauers zusammen.

Der individuelle Anspruch der jeweiligen Kunden steht für die Entwickler dabei immer im Mittelpunkt. Am Ende soll schließlich ein Produkt entstehen, das die Kunden nicht nur zufriedenstellt, sondern ihre Wünsche auch für zukünftige Veränderungen flexibel erfüllt. Ergänzt wird die Ingenieurleistung durch umfassende Services vor und nach dem Kauf der Anlagen. „Wir bringen die Projekte gemeinsam über die Ziellinie. Dabei greifen wir auf Lösungen in der gesamten Unternehmensgruppe in unseren Kernbranchen Pharma, Consumer und Life Science zurück“, erklärt Stefan König. Der Anspruch, die Zukunft für Gesellschaft, Kunden und Mitarbeitende mit im Blick zu behalten, spiegelt sich auch in der Unternehmensstrategie wider, die unter dem Motto „We care for people“ zusammengefasst wird. Eine wesentliche Rolle dabei spielt die ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie.

Hier orientiert Optima sich insbesondere an der Circular Economy als Wegweiser. Gemeinsam mit den Kunden sollen deshalb innovative Produkt- und Verpackungslösungen für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft entwickelt werden. Als zweites Standbein der Nachhaltigkeitsstrategie sieht sich der Maschinenbauer in der Pflicht, den CO2-Fußabdruck seiner Produkte über den gesamten Lebenszyklus zu verbessern. „Wir sind jetzt in der Lage, projektspezifisch den Product Carbon Footprint (PCF) zu kalkulieren und arbeiten an der Reduzierung der CO2-Quellen in der Entstehung der Maschine und für deren Betrieb. Für den Kunden heißt das vor allem: kleinere Maschinen mit geringerem Energie- und Medienverbrauch“, erläutert König. Um ihren CO2-Fußabdruck zu verringern, stehen den Herstellern klimaneutrale Maschinen zur Verfügung – d.h. Maschinen, deren PCF deutlich reduziert wurde und deren Rest-CO2-Fußabdruck von Optima als Hersteller kompensiert wird. „Wenn die Kunden diese Anlagen oder ihre ganze Fabrik dann mit grüner Energie betreiben, sind sie in der Lage, bezüglich ihrer CO2-Ziele Quantensprünge machen“, meint der Geschäftsführer. Hinzu kommt, dass viele der Anlagen schon heute auf nachhaltigere Materialien und Verpackungen umgerüstet werden könnten.

Klare Ziele

Optima will selbst mit gutem Vorbild vorangehen und bezieht schon seit 2009 Ökostrom. Durch zusätzliche Maßnahmen konnte der betriebsbedingte Klimafußabdruck des Unternehmens bereits um 40 Prozent gesenkt werden. Ein weiteres Maßnahmenpaket soll diesen Wert bis 2030 noch einmal um weitere 25 Prozent verringern. Den objektiven Maßstab geben die international verwendeten Corporate Carbon Footprints mit den Abstufungen von Scope 1 bis Scope 3 vor.

Scope 1 beinhaltet die systematische Analyse der Treibhausgasemissionen und Klimawirkungen aus eigene Quellen, zum Beispiel Firmenwagen oder die Emissionen aus Wärmeerzeugung. Scope 2 wiederum bezieht indirekte Emissionen aus dem Bezug von Strom, Wärme und Prozessdampf ein. Beim letzten Schritt im Rahmen des Greenhouse Gas Protocols (GHG) wird die Bilanz durch Analyse von Scope 3 vollständig – einschließlich der Lieferkette für Rohstoffe oder Dienstreisen der Mitarbeiter. Somit ist der Corporate Carbon Footprint von Optima ganzheitlich erfasst.

Die Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz an ausgewählten Standorten und der Ausbau nachhaltiger Mobilität sind nach den Worten von König dafür wichtige Grundpfeiler. „Wir investieren zur Kompensation verbleibender Emissionen ausschließlich in Klimaschutzprojekte mit dem höchsten Qualitätsstandard (Gold Standard CER) und arbeitet daher ab sofort mit der Klimaschutzstiftung Baden-Württemberg zusammen. Über diese werden Zertifikate in Zusammenarbeit mit myclimate bezogen.“ Auch Scope-3-Emissionskategorien würden darüber bereits kompensiert.

Produktschutz und Nachhaltigkeit kombiniert

Abgesehen von den eigenen Anstrengungen möchte Optima dazu beitragen, dass sich nachhaltige Verpackungen im Handel erfolgreich etablieren. Beispielhaft dafür ist laut König eine Mono-Papierbeutelverpackung im Bereich Papierhygiene. Produkte in dieser Verpackung seien bereits weltweit im Einzelhandel erhältlich. Weitere Vorzeigeprojekte sind schon in der Entwicklung und haben vor allem zum Ziel, Produktschutz und nachhaltige Materialien optimal miteinander zu verbinden.

„Der Haupteffekt entsteht, wenn der Kunde auch sein Produkt selbst zusammen mit neuen Verpackungen ganzheitlich optimiert. Ein Beispiel: Die Umstellung eines flüssigen auf ein trockenes Produkt. Ich freue mich schon auf die vielen kommenden Markteinführungen. Da werden echte Überraschungen für den Endkunden dabei sein“, kündigt der Geschäftsführer an. Auf der FACHPACK in Nürnberg können die Messebesucher am Stand des Unternehmens das Gespräch suchen und sich über eine zukunftsfähige Nachhaltigkeitsstrategie und das am besten dafür geeignete Verpackungsmaterial unterhalten.

„Das richtige Monomaterial, verwendet für ein Produkt, was wirklich einen guten Produktschutz braucht, ist eine sinnvolle Anwendung von Kunststoff“, betont König. Biobasierte und bioabbaubare Kunststoffe würden noch sehr viel Innovationspotenzial bieten, das man heute nicht mit zukünftigen Möglichkeiten verwechseln sollte. Generell hätten alle Materialien ihre Daseinsberechtigung und würden in Zukunft weiter eingesetzt. Kernthema ist nach den Worten von Stefan König das richtige Verpackungsdesign für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. „Gemeinsam mit unseren Kunden arbeiten wir daran. Auch wenn dafür erst einmal eine Anschubinvestition für uns alle notwendig ist, wird sich das auf Dauer definitiv rechnen“, so König.

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