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24. - 26. September 2024 // Nürnberg, Germany

FACHPACK Newsroom

Unternehmensfamilie mit Tradition und Know-How

Porträt von Steffen Prodinger und Matthias Koch
Transition in Packaging
© Prodinger

In den beinahe 100 Jahren seines Bestehens hat Prodinger schon einige Transformationen in der Verpackungsbranche erlebt und mitgestaltet. Wie reagiert das Familienunternehmen auf die aktuellen Herausforderungen?

Der Verpackungsgroßhändler Prodinger mit Hauptsitz in Coburg zählt mit knapp 500 Mitarbeitern an mehreren Standorten zu den größten Vertriebsunternehmen für Transportverpackungen im deutschsprachigen Raum. Seit 1925 hat sich das Familienunternehmen vor allem mit seiner herstellerunabhängigen Beratung einen Namen gemacht. Die Abnehmer kommen aus den unterschiedlichsten Industrien und Gewerken: Jeder, der ein Produkt verkauft oder transportiert, muss dieses schließlich entsprechend verpacken, damit es gut geschützt beim Kunden ankommt. „Eine verlässliche Partnerschaft mit unseren Kunden, unseren Lieferanten wie auch unseren Mitarbeitern bilden die Basis für langfristige Beziehungen und unser nachhaltiges Wachstum“, fasst Steffen Prodinger die Unternehmensphilosophie zusammen.

Aufgewachsen als Teil eines Familienunternehmens, bestand für ihn nie ein Zweifel daran, dort später einmal eine Rolle zu übernehmen. Inzwischen ist er geschäftsführender Gesellschafter der PRODINGER Gruppe. Wichtig ist ihm zu betonen, dass es ihm dabei nicht um die eigene Karriere oder eine bestimmte Position geht, sondern darum, seinen Beitrag im Unternehmen leisten zu können. Er beschreibt seine Firma auch als „Ansammlung kluger Köpfe mit unterschiedlichen Aufgaben“. Jeder der Mitarbeitenden leiste an seinem Platz seinen Beitrag und sei Experte für seinen Bereich.

Einer dieser Experten ist Matthias Koch, der 2005 zeitgleich mit Steffen Prodinger dort seine Arbeit aufnahm. „Mir war sofort klar, dass ich hier ein Unternehmen gefunden habe, das sehr viel Leidenschaft für seine Produkte hat und von Teamspirit geprägt ist“, erinnert sich Koch an die damalige 

Entscheidung für eine Ausbildung bei Prodinger. Heute verantwortet er die nachhaltigen Verpackungsprodukte und kann dabei auf seine langjährige Erfahrung in Vertrieb und Zusammenarbeit mit dem Außendienst zurückgreifen. „Als Großhändler unterscheiden wir uns von vielen Herstellern. Unser Auftrag ist es, unseren Kunden verschiedene Möglichkeiten anzubieten, damit er am Ende eine informierte Entscheidung treffen kann“, umreißt Koch seine Aufgaben. Steffen Prodinger ergänzt: „Wir beraten die Kunden mit dem Ziel, eine Verpackung zu finden, die sicherstellt, dass ihre Waren schadlos bei ihren Kunden ankommen“. Hier gilt es die beste Mischung aus Funktionalität und Preis zu finden. Diese Anforderungen setzen die Berater dann ressourcen- und energieeffizient um. Dafür können sie auf eine umfangreiche Palette an Lösungen zurückgreifen.

Nachhaltigkeit braucht mehr als einen oberflächlichen Blick

Was Nachhaltigkeit angeht, beobachtet Koch schon seit 2008 eine zunehmende Nachfrage, die sich auch im Angebot des Verpackungsanbieters widerspiegelt. Der Großhandel ist nach den Worten von Koch deshalb eine wichtige Plattform, um die „Transition in Packaging“ voranzubringen. Gerade bei der Reduktion von Verpackungsvolumen sei in den letzten Jahren viel passiert – so wurde die Stärke von Beuteln und Behältern stark reduziert. „Diese Veränderungen sind allmählich geschehen und lassen sich mit Blick in die Vergangenheit erst so richtig erfassen“, so Koch.

Steffen Prodinger ist sich ebenfalls bewusst, dass das Umweltbewusstsein stärker in den Fokus gerückt ist und auch bleiben wird. Doch der gesellschaftliche Fokus sei aufgrund der Corona-Pandemie und des Ukrainekriegs wieder davon abgelenkt worden: „Das zeigt, dass die gesellschaftliche Wahrnehmung durchaus oberflächlich sein kann und gerne vereinfachte Forderungen mit sich bringt.“ So sei Papier nicht automatisch umweltfreundlicher als Kunststoff. „Dünne Folienbeutel im Online-Versand durch Kraftpapierbeutel abzulösen, ist nach meinem Verständnis mit Blick auf den CO2-Fußabdruck nicht wirklich zielführend und ein bisschen einfach gedacht“, beschreibt der Geschäftsführer ein Beispiel. Als Experte für nachhaltige Verpackungen weiß Matthias Koch, dass es aber auch wichtig ist, mit einzubeziehen, wohin das Endprodukt verkauft wird: „Ein Papierbeutel kann zwar einen schlechteren CO2-Fußabdruck haben, aber wenn im Zielland keine Recyclingmöglichkeiten für bestimmte Folien vorhanden sind, ist Papier in diesem Fall sicher nachhaltiger.“ In Deutschland gebe es allerdings eine gute Recycling-Infrastruktur und damit sei die Kunststofffolie wieder im Vorteil.

Diese Gesamtbetrachtungen können durchaus zu Zielkonflikten führen, sei es mit Blick auf den Preis, das Material oder den CO2-Fußabdruck und andere Umwelteinflüsse. Deshalb ist laut Koch immer eine individuelle Betrachtung notwendig: „Ähnliche Projekte können oft ganz unterschiedliche Ziele haben, die wir erfüllen müssen“. Aufgrund des langjährigen Bestehens von Prodinger können die Experten auf unterschiedlichste Erfahrungswerte zurückgreifen. „Wir haben den Vorteil, kein bestimmtes Produkt oder Material verkaufen zu müssen – wir argumentieren immer zum Vorteil der Kunden“, betont der Verpackungsberater.

Komplexe Themen brauchen kompetente Berater

In den nächsten Jahren geht Koch davon aus, dass ein noch viel stärkerer Fokus auf den Energieverbrauch gelegt werden wird. Das könne beispielsweise durch fortschrittlichere Maschinen, aber auch mit höheren Recyclatanteilen in den Verpackungen geschehen. „Durch den Eintrag von Post-Consumer-Recyclat in die Verpackungen lässt sich der Energieverbrauch erheblich reduzieren. Dabei müssen wir aber im Blick behalten, woher das Material kommt“, warnt Koch. Er erwartet deshalb auch, dass die Sicherstellung der Rückverfolgbarkeit von PCR noch eine ganz große Rolle spielen wird. Auch das Made-for-Recycling-Prinzip als Grundlage der Kreislaufwirtschaft müsse sich erst noch flächendeckend durchsetzen. Hier sieht sich Prodinger als herstellerunabhängiger Berater in der Rolle, die Kunden zu unterstützen und aufzuklären. „Unsere unabhängige Beratung zeigt sich beispielsweise, wenn der Company Carbon Footprint für Nachhaltigkeitsberichte von dritter Stelle untersucht und unsere Angaben bestätig werden“, so Matthias Koch.

Obwohl die Kunden im Moment die Verfügbarkeit von Waren und Rohstoffen besonders bewegt, werden am Stand von Prodinger auf der kommenden FACHPACK auch nachhaltige Verpackungslösungen wieder eine wichtige Rolle spielen. „Für uns ist die FACHPACK die größte nationale Messe für Verpackungen. Dank ihrer großen Bandbreite an unterschiedlichen Ausstellern und Besuchern kommt man mit verschiedensten Themen und Anregungen in Kontakt“, lobt Steffen Prodinger.

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