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24. - 26. September 2024 // Nürnberg, Germany

FACHPACK Newsroom

Kennzeichnungstechnik: Wissen, was drin ist

Porträt von Andreas Koch
Transition in Packaging
© Bluhm Systeme

Seit seiner Gründung vor über einem halben Jahrhundert hat sich Bluhm Systeme vom Händler zum Komplettanbieter für die industrielle Kennzeichnung entwickelt. So unterschiedlich wie die Anwendungen sind dabei auch die Technologien, die das Unternehmen anbieten kann.

Jedes produzierende Unternehmen muss an verschiedenen Stellen des Herstellungsprozesses etwas kennzeichnen – seien es Transportträger wie Paletten, die Produkte selbst oder deren Verpackungen. Das ergibt sich zum einen aus den Vorgaben des Gesetzgebers, aber auch auf Wunsch der Endverbraucher, die erwarten, gut informiert zu werden. Die Kennzeichnung geschieht dabei an unterschiedlichen Punkten: beim Wareneingang, in der Produktion, im Lager, beim Warenausgang und beim Kunden. Es gibt sogar Kennzeichnungen, die über maschinenlesbare Codes den Produktionsablauf steuern und so zum Teil der Automatisierung werden.

Dementsprechend breit ist der Kundenstamm des Herstellers von Kennzeichnungstechnik Bluhm Systeme. Als Andreas Koch 1988 im Unternehmen anfing, war es bei der Kennzeichnung oft noch mit dem Bedrucken und Aufbringen von Etiketten getan. Heute kann er als Vertriebsdirektor eine ganze Reihe verschiedener Technologien anbieten: Von Tintenstrahl über Thermotransfer bis hin zu Laserbeschriftung und RFID-Chips werden in Rheinbreitbach die unterschiedlichsten Kennzeichnungssysteme hergestellt.

Vom Händler zum Hersteller

„Mit dem Bau unseres Innovation Centers im Jahr 2009 sind wir als Hersteller noch einmal so richtig durchgestartet“, erinnert sich Koch. Damals wurden die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten gebündelt und mit den Anforderungen der Produktion verzahnt. „Die Möglichkeiten des Innovation Centers haben uns wichtige Ansatzpunkte für die gemeinsame Entwicklung mit den Unternehmen eröffnet“, fährt der Vertriebsdirektor fort. „Wir beziehen die Kunden dabei immer mit ein und entwickeln nichts am grünen Tisch, sondern das, was der Markt braucht.“ Möglich sei das durch den engen Kundenkontakt, der mit der Unterstützung der 70 Vertriebsmitarbeiter und ca. 40 Servicetechniker in Deutschland, Österreich und der Schweiz sichergestellt ist. Auch weltweit stehen Partner für die Kundenbetreuung bereit. „Ein anderer Punkt, den die Partner schätzen, ist, dass wir ein inhabergeführtes mittelständisches Unternehmen sind. Gerade in rasanten Zeiten wie im Moment, in denen viele Änderungen ins Haus stehen, besitzen wir dadurch schnelle Reaktionszeiten und überzeugen durch Zuverlässigkeit“, betont Koch.

Bei der Beratung ist es laut Koch oberstes Ziel, eine optimale Lösung für den Anwender zu finden. War früher der technische Fortschritt der Motor für neue Entwicklungen, so seien es heute die individuellen Aufgabenstellungen der Kunden. Sie geben die Impulse für innovative Systemlösungen.

Modulare Alleskönner

Naturgemäß sind die Wünsche der Anwender im Hinblick auf Steuerung, Maschine und Taktleistung dabei sehr unterschiedlich. Deshalb bedient sich Bluhm eines Baukastensystems. „Wir können Module so zusammenfügen, dass sie dem Kundenprozess am besten entgegenkommen“, erklärt Koch. „Die Frage, die wir gemeinsam mit den Kunden beantworten wollen, ist: Mit welchem Aufwand kann das gewünschte Ergebnis erzielt werden?“

Erleichtert wird die Auswahl durch ein großes Spektrum an Kennzeichnungslösungen. Denn die Technologien wurden in den vergangenen Jahren immer weiter verfeinert. So hat sich die Tintenstrahldrucktechnologie weiterentwickelt und kann in vielen Fällen eine gute Alternative zum Etikett darstellen. Indem auf den Zwischenträger Etikett verzichtet wird, können die Hersteller in diesem Fall Kosten und Material einsparen. Eine weitere Möglichkeit eröffnet der Lasercodierer, bei dem die Anwender auch keine Tinte mehr benötigen. „Beim Kennzeichnen von technischen Produkten wie Bauteilen ist das gängige Praxis. Aber wir bedrucken inzwischen sogar das Naturprodukt Obst und Gemüse mit Lasern“, berichtet der Vertriebsdirektor.

Anwender profitieren hierdurch gleich mehrfach: es verringern sich die laufenden Kosten, es wird weniger Material benötigt, die Maschineneingriffe reduzieren sich und es ergeben sich erhebliche Nachhaltigkeitsvorteile. Denn es wird nicht nur das Etikett selbst eingespart, sondern beispielsweise auch das Silikonpapier, auf denen die Etiketten kleben. Doch die Entwicklung bei Etiketten steht keinesfalls still. „Inzwischen gibt es Lösungen, bei denen wir komplett auf das Silikonpapier verzichten können. Auf der Rolle befindet sich dann nur noch das Etikett – ohne den Träger. Diese Lösung werden wir auch auf der FACHPACK im September vorstellen“, kündigt Koch an. Ähnlich wie bei einer Briefmarke wird der Klebstoff erst kurz vor dem Gebrauch mit einem Wassernebel aktiviert. Der Drucker schneidet das Etikett automatisch so zu, wie es im Prozess benötigt wird. „Das ist eine wirkungsvolle Verbesserung, die viel Silikonpapier spart und für eine größere Bevorratung sorgt“, erklärt Koch.

In der Vergangenheit haben Etikettierer Druckluft verwenden müssen, um die Etiketten vom Träger abzulösen und auf den Kartonagen zu platzieren. Dieser Vorgang verbraucht Energie. „Wir arbeiten daran, den Druckluftbedarf zu reduzieren und in Zukunft komplett darauf verzichten zu können. Wir rüsten deshalb mehr und mehr Geräte auf Servomotoren um, die das Etikett zum Karton zu bewegen“, erläutert Andreas Koch.

Dynamische Branche

Was die Nachhaltigkeit der Etiketten selbst angeht, ist laut Koch ein Punkt ausschlaggebend: Das Material muss dem der Verpackung entsprechen. Die wesentlichen Stellschrauben für mehr Nachhaltigkeit sieht der Vertriebsdirektor aber bei den Verpackungsmaterialien selbst. Die Anstrengungen gehen dahin, dass diese leichter werden und vor allem, dass sie den Dimensionen des Produktes angepasst werden. „Es wäre wünschenswert, wenn es schon in der Produktion möglich wäre, nicht auf Einheitskartons zurückgreifen zu müssen, sondern den Karton eben so groß zu machen, wie das Produkt es verlangt oder eine andere Verpackungsart gewählt wird“, meint Koch. Auch Mehrweglösungen aus Textilverbundstoffen seien in diesem Zusammenhang sehr spannend. „Was neue Entwicklungen angeht, gibt es nirgends so viel Dynamik wie in der Verpackungsbranche. Es macht Spaß, mit den Kunden gemeinsam Lösungen für immer neue Herausforderungen zu entwickeln“, so Koch.

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