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28. - 30. September 2021 // Nürnberg, Germany

FACHPACK Newsroom

Sicherheit im Fokus: Chemikalien gehen auf Weltreise

Ein Chemielager mit gestapelten IBC-Containern aus Kunststoff und Metall und blaue Metallfässer mit Gefahrenhinweisen
© pixabay

Die Chemiebranche hat ihre eigenen Herausforderungen und strenge Sicherheitsrichtlinien die Verpackung betreffend.

Die chemische Industrie ist eine Schlüsselbranche, auf deren Innovationen alle produzierenden Unternehmen angewiesen sind. Sie entwickelt neue Materialien und Technologien, die beispielsweise die Energiewende und eine Kreislaufwirtschaft erst möglich machen. Sei es nun chemisches Recycling oder die Entwicklung neuer und nachhaltigerer Materialen – ohne sie wäre auch die nachgelagerte Verpackungsbranche nicht denkbar. Doch die Chemiebranche selbst ist ebenfalls auf Verpackungen angewiesen und stellt besondere Anforderungen daran.

Meist sind die Lieferketten global gespannt und die Erzeugnisse werden an Abnehmer geliefert, die sie für verschiedenste industrielle Anwendungen benötigen. Deshalb ist der Markt für industrielle Chemieverpackungen durch den Einsatz von Verpackungstechnologie gekennzeichnet, die chemische Produkte bei Lagerung und Transport zuverlässig schützen und besonders sicher umschließen. Wesentliche Aufgabe der Verpackungen in der Chemieindustrie ist es Verschütten, Explosion, Eindringen von Feuchtigkeit und Korrosion zu vermeiden. Sie muss deshalb eine bessere Haltbarkeit und einen höheren Schutz gegen Feuchtigkeit und Undichtigkeit gewährleisten.

Klare Regeln für Chemieverpackungen

In Europa und Deutschland regelt die EU-Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (engl. Registration, Evaluation, Authorization and Restriction of Chemicals – REACH), den Umgang mit Chemikalien. Die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von chemischen Stoffen und Gemischen wird in der EU zudem über die CLP (Classification, Labelling and Packaging) Verordnung geregelt. Darin wurde das global harmonisierte System der Vereinten Nationen zur Einstufung und Kennzeichnung einbezogen.

Die CLP schreibt vor, dass die Verpackung eines chemischen Gefahrstoffes so zu gestalten, konstruieren und verschließen ist, dass der Inhalt nicht entweichen kann. Aufgrund der hohen Anforderungen müssen die Verpackungsmaterialien besonders stark und fest sein und sicherstellen, dass der Inhalt nicht beschädigt wird. Wenn es darum geht, chemische Stoffe an eine breite Öffentlichkeit zu liefern, gelten gesonderte Bestimmungen. So darf die Verpackung weder die Neugier von Kindern stark wecken oder fördern noch Verbraucher in die Irre führen. Ähnlichkeiten mit der Aufmachung von Lebensmitteln, Futtermitteln, Arzneimitteln oder Kosmetika müssen ausgeschlossen sein. Außerdem ist darauf zu achten, dass kindergesicherte Verschlüsse und/oder tastbare Gefahrenhinweise verwendet werden.

Dynamischer Markt

Die wichtigsten in dieser Branche verwendeten Verpackungsarten sind Säcke, Fässer, feste Schüttgutbehälter und Verpackungen für Laboratorien. Sie sind aufgeteilt in Verpackungen für gefährliche und nicht gefährliche Chemikalien. Für gefährliche Stoffe werden in der Regel Schüttgutbehälter und Zwischenbehälter (IBCs) verwendet.

Ein Marktforschungsbericht von Research and Markets kommt zu dem Ergebnis, dass der globale Markt für Chemieverpackungen weiter an Bedeutung gewinnen und bis 2027 eine jährliche Wachstumsrate von 1,7 % aufweisen wird. Säcke machen demnach etwa ein Drittel des Marktvolumens von insgesamt 10,4 Milliarden Dollar aus. Fässer haben einen Anteil von 23,8 % am Gesamtmarkt für Chemieverpackungen.

Einer Studie des Marktforschungsunternehmens Technavio zufolge ist einer der wichtigsten Trends, der das Wachstum des Chemieverpackungsmarktes bestimmt, die steigende Nachfrage nach Verpackungssäcken mit hoher Barrierewirkung. Diese Feuchtigkeitssperrbeutel und -säcke werden in der Lebensmittelverpackungs- und der chemischen Industrie in großem Umfang für Verpackungszwecke verwendet, da sie einen besseren Schutz vor Feuchtigkeit und Sauerstoff und eine längere Haltbarkeit bieten.

Die wachsende Nachfrage nach stationären Intermediate Bulk Containern (IBC) soll einer anderen Erhebung von Technavio zufolge die Wachstumsaussichten für den globalen Chemieverpackungsmarkt wesentlich antreiben. Die Analysten erwarten für diese Verpackungsart eine jährliche Wachstumsrate von 6 % bis 2024. FIBCs – auch Big-Bags oder Jumbo-Bags genannt – sind eine Untergruppe der IBCs. Sie können mehr Gewicht auf einmal handhaben und können im Vergleich zu Verpackungssäcken mit einem Fahrzeug in kürzerer Zeit verladen werden.

Wie in anderen Verpackungssegmenten auch, sind die Anbieter von industriellen Chemieverpackungen bestrebt, die Nachhaltigkeit in Form von Rücknahmesystemen und Recyclingkonzepten zu erhöhen. Das zeigte sich auf der FACHPACK bereits 2019, als die Anbieter unter dem auch für 2021 gewählten Motto „Umweltgerechtes Verpacken“ zunehmend nachhaltige Lösungen für Chemieverpackungen vorstellten.

In Deutschland wird die Rücknahme durch das Verpackungsgesetz geregelt. Wenn möglich werden die Behälter anschließend rekonditioniert, d.h. sie werden gründlich gereinigt und für eine neue Verwendung wiederaufgearbeitet. Bei bestimmten Chemikalien ist eine Wiederverwendung allerdings nicht möglich. Gleiches gilt wegen des Eindiffundierens von gefährlichen Stoffen in den Kunststoff für das Recycling von IBCs. Ein Recycling von IBCs aus Metall ist dagegen problemlos möglich. FIBCs aus Kunststoffen werden meist nur einmal verwendet – gerade in diesem Bereich gibt es noch viel Potenzial für eine optimale und nachhaltige Verwertung. Einige Unternehmen arbeiten deshalb an Konzepten für einen geschlossenen Kreislauf für Big-Bags. 2021 wird auch für die Chemiebranche hoffentlich einen Neustart bringen und damit auch die Chance, auf umweltfreundliche Verpackungslösungen umzusteigen.

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